Vision

 

"Wer aber im klösterlichen Leben und im Glauben fortschreitet, dem wird das Herz weit, und er läuft in unsagbarem Glück der Liebe den Weg der Gebote Gottes." (RB Prolog 1,49)

 

Benediktiner für Europa

 

Bewegt von der Sehnsucht nach dem Reich Gottes und der Erfahrung des lebendigen Gottes unter den Menschen haben wir uns die folgenden spirituellen Grundsätze gegeben, nach denen wir gemeinsam das "wahre Leben" (vgl. RB Prol. 17) suchen wollen.

 

Grundlagen für das Leben der Gemeinschaft von Gut Aich sind das Evangelium, Die Regula Benedicti und die Satzungen der Österr. Benediktinerkongregation.

Diese spirituellen Grundsätze des klösterlichen Lebens (Cosuetudines I. Teil) ergänzen die Satzungen der Kongregation.

 

Wir nennen uns "Benediktiner für Europa", weil wir mit unserem gemeinsamen Leben bewußt ein Zeichen sein wollen für ein Europa, in dem die Vielfalt von Menschen und Völkern nicht Hindernis, sondern Chance für ein erfülltes Leben ist. Wir glauben daran, daß durch unser Bemühen miteinander ein geistliches Leben nach dem Evangelium und der Regel des heiligen Benedikt zu führen, durch unser gegenseitiges Verstehen und Annehmen ein Zeichen für die Evangelisierung Europas gesetzt wird, das Modell sein kann für das Zusammenleben und die Verständigung unter den Menschen, den Nationen und Regionen Europas. Dieses Leben will ein Beitrag sein für den Dialog zwischen den Konfessionen und Religionen.

 

Durch den Glauben an Gott und aus Liebe zu Christus (vgl. RB 7,69) wollen wir in unserem Kloster mit allen Menschen, die suchen, durch das Leben nach dem Evangelium, am offenen Haus Europas mitbauen. Dies wollen wir versuchen durch unser gemeinsames Hören auf den Willen Gottes, durch unser Hören aufeinander und auf die Menschen um uns, durch unser Gebet, in der Stille, durch unsere Arbeit, durch unser Schweigen und Reden, durch das Teilen unseres Lebens in Solidarität mit den Fremden, den Armen (vgl. RB 53,1; 7; 15) und Kranken (vgl. RB 36,1), mit allen Menschen guten Willens und durch unseren beharrlichen Willen zum Frieden.

 

Wir wollen das Fremde in uns und im andern als Bereicherung und Chance für menschliches und geistliches Wachstum erkennen und annehmen.

Dazu ist es nötig, Stabilität zu gewinnen und zu vermitteln, Konflikte wahrzunehmen und zu lösen, Dialogfähigkeit zu lernen und Räume für das Gespräch unter Menschen zu schaffen.

 

Wir wollen Verantwortung übernehmen, einüben und fördern, damit jeder einzelne im Frieden mit sich und mit anderen leben kann. Dazu ist es nötig, die Angst vor Flexibilität und Dynamik zu erkennen und auszusprechen, um mit Kreativität und Phantasie neue Wege und Möglichkeiten zu entdecken, die das Leben fördern.

 

Wir vertrauen mehr auf die Macht der Armut, der Gewaltlosigkeit und der Liebe, als auf die Macht des Reichtums, der Gewalt und der Herzlosigkeit.

Unser Ziel ist es, Christus als die Mitte unseres Lebens zu erfahren und zu verkünden. Er ist es, dem überhaupt nichts vorzuziehen ist (vgl. RB 72,11).

Im Wissen um unsere eigene Schwäche vertrauen wir uns und alle Menschen der Liebe und Barmherzigkeit Gottes an (vgl. RB Prol. 4), der sich des Schwachen und Armen annimmt und das Gute in uns und unter allen Menschen zur Vollendung bringt in seinem Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens.

 

Als Patron unseres Klosters wählen wir den heiligen Benedikt, den Patron Europas (11. Juli).