Im Europakloster Gut Aich hat Bruder Martin Kollmann einen Ort zum Heilwerden gefunden
Mit der Zustimmung der Benediktinerkongregation konnten die Mönchsgelübde von Bruder Martin Kollmann, ehemaliger Pater Marian vom Stift St. Paul im Lavantal, auf das Europakloster Gut Aich übertragen werden. An die 120 Menschen waren bei der herzlichen und berührenden Feier am Tag Maria Lichtmess in der Klosterkirche anwesend. Gründungsprior Pater Johannes Pausch stand als Zelebrant dem Gottesdienst vor. Die Brüdergemeinschaft der Benediktiner in Gut Aich, mit dabei auch Bruder David Steindl-Rast, feierten mit Bruder Martin seinen besonderen Tag. Eltern und Taufpatin Tante Anni, sowie Studienkollege Istvan Hollo, Pfarrer von Deutschlandsberg (Stmk.) erfreuten sich an der stimmungsvollen Feier
Prior Bruder Thomas Hessler erklärte in seiner Ansprache die Bedeutung der Übertragung der Profess. Übertragung bedeutet aufheben, aufbewahren und auf eine neue Ebene bringen. Bruder Marian Kollmann hat in einer Krisensituation den Weg nach Gut Aich gefunden und konnte, nach Jahren als Oberer im Stift St. Paul, an diesem Ort neue Kraft tanken. Neben der großen Zuneigung zu den Tieren und den Menschen hat Bruder Marian ein Hobby mitgebracht: eine Krippe mit vielen unterschiedlichen Figuren, Tieren und Geschichten. Bruder Thomas überreichte ihm einen Holzknecht und einen Esel. Diese beiden Figuren kamen vor Weihnachten zu Fall und wurden beschädigt. Sinnbildlich stehen sie dafür „dass Manches auch nicht ganz heil wird“. Das Ohr des Esels konnte restauriert werden, doch der Fuß des Esels bedarf noch behutsamer Arbeit, um ihn wiederherzustellen.
„Ich bin dankbar, dass Pater Johannes Pausch und Bruder Thomas Hessler dieses Kloster Gut Aich vor 32 Jahren gegründet haben. Für mich ist es ein Ort der Heilung. Und ich wünsche, dass es diesen Ort noch viele Jahre gibt. Ein Ort, der den Menschen hilft, wieder das Göttliche und Ganze in sich zu finden, denn Gott schenkt immer wieder einen neuen Anfang. “ Bruder Martin Kollmann OSB, Europakloster Gut Aich
24 Jahre Mönch im Lavantal
Bruder Martin Kollmann, geboren 1983 in Kärnten, lebte seit 2001 im Stift St. Paul im Lavantal als Mönch. Fünf Jahre war er dem Stift als Oberer vorgestellt. Sein Weg führte ihn 2021 über die Ausbildung zum Geistlichen Begleiter ins Europakloster Gut Aich. Nach einer Auszeit in unterschiedlichen Klöstern hat sich in ihm der Wunsch entwickelt im Europakloster Gut Aich als Mönch zu leben.
Feierliche Übergabe des Professgelübdes
Prior Bruder Thomas segnete im Beisein der Brüdergemeinschaft die weiße Kukulle (lat. cucullus - kleines Zelt) und den Professring, welchen in Gut Aich jeder Mitbruder trägt. Der goldene Ring wurde in den Kunstwerkstätten Europakloster Gut Aich angefertigt. Die segnenden Worte mögen Bruder Martin bestärken ein Hörender zu bleiben. Vor der Kirchengemeinde verlas Bruder Martin die Erneuerung der Mönchsgelübde. Musikalisch untermalte das Vokalensemble TresUnum den Festgottesdienst.
Dort hingehen, wo das Leben ist
Bruder Martin Kollmann bedankte sich bei den Mitbrüdern für die freundliche Aufnahme, bei seinen Eltern für das geschenkte Leben und bei seiner Taufpatin für die Begleitung ins Leben. Die Aussage seines Professpruches „Homo, qui vult vitam – ein Mensch, der das Leben liebt“ lebt er ganz und gar. Sein Lebensweg zeigt, dass es nie zu spät ist etwas Neues zu beginnen. Und er bestärkte die Kirchengemeinde dort hinzugehen, wo das Leben ist.
Die Almhütte – eine Herzensangelegenheit
Mit der Bitte um eine Spende für den Neubau der Almhütte auf der Illingbergalm, als Forschungszentrum für alpine Wildkräuter, teilte Bruder Martin mit uns diese Herzensangelegenheit. Das ehemaligen Bauerngut Löckelbauer in Winkl wurde 2004 vom Europakloster Gut Aich gekauft und in den Jahren 2005 bis 2007 zum Klosterhof umgebaut. Zu dieser Liegenschaft gehört auch die Almhütte auf der Illingbergalm, die jedoch in den 1960er Jahren einem Brand zum Opfer fiel. Die Brüdergemeinschaft hat nun beschlossen, den Standort auf der Alm wieder neu zu beleben - sowohl zur landwirtschaftlichen Nutzung für das Vieh, die Ernte sowie Trocknung der alpinen Kräuter als auch zur Forschung und Weitergabe der erworbenen Kenntnisse. Das bisherige bauliche Provisorium wird zu diesem Zweck entfernt und mit der Firma Ebner Bau in Mondsee ein neuer Bau/Almhütte errichtet: Bauprojekt Alpinkräuterkompetenzzentrum Illingbergalm. Dieser Bau wird vorwiegend zu Forschungs- und Beobachtungszwecken als auch für Alpenkräuterseminare genutzt werden.
Pater Johannes in Gedenken an den Altbischof Maximillian Aichern
Berührend waren die Worte des Dankes in der Fürbitte von Gründungsprior Pater Johannes Pausch an den, in den letzten Tagen verstorbenen Bischof em. der Diözese Linz, Maximillian Aichern. Dieser war in der Gründungsphase des Europaklosters Gut Aich ein großer Unterstützer und bestärkte die Mönche durchzuhalten.
Pförtnerin Elisabeth Huber bat in der Fürbitte um Segen für Bruder Martin, Mitarbeiterinnen Kristina Proleta und Iris Feitzinger, Sekretariat Europakloster Gut Aich, wünschten ihm viel Kraft und Ausdauer im Garten und im klösterlichen Leben. Weggefährten und Oblat*innen schlossen sich den Wünschen an.
Lichterprozession zu Mariä Lichtmess
Alle Mitfeiernden erhielten Kerzen für die Lichterprozession. Zum Lied „Meine Hoffnung und meine Freude“ zogen die Mönche von Gut Aich zum Eingang Klosterhof, wo abschließend Pater Johannes den traditionellen Blasius Segen sprach.
Alle waren zum Essen geladen
Die Brüdergemeinschaft lud alle Gäste zum Essen in den Klosterhof Seminanrraum. Chefkoch Peter Dengg und Köchin Barbara Eisl boten Spagetti Bolognese auf Wunsch von Bruder Martin Kollmann an. Mit vielen Gesprächen und mit Freude klang der Abend aus.
Red/Foto ©: Susanne Windischbauer - Europakloster Gut Aich













