Klostertradition im Salzkammergut

Benediktinermönche waren schon vor tausend Jahren Kulturträger im Salzkammergut. Der prominenteste war der Heilige Wolfgang, von dem See und Ort ihren Namen haben. Auf seinem Weg in Richtung Sankt Wolfgang, wo er der Legende nach vom Falkenstein sein Beil geworfen hat, muss er wohl auch am Standort des heutigen Klosters Gut Aich vorbeigekommen sein. Geprägt durch wechselnde Besitzer und zahlreiche Umbauten, ist das "Gut Aich" seit beinahe 800 Jahren fixer Bestandteil der Winkler Dorfgemeinschaft. Besonders in seiner Funktion als Glasmanufaktur war es über einen langen Zeitraum eine Stütze der erzbischöflichen Wirtschaft!

Die Verwandlung vom Gutsbesitz, über die Glashütte zum Kinderheim und Kloster Gut Aich

13. Jahrhundert: "Gut Aich" ist im Besitz des Erzbistums Salzburg

1323-1696: Mehrmalige Eigentümerwechsel innerhalb unterschiedlicher Familien

1702: Errichtung und Betrieb einer Glashütte im heutigen Winkl

1820: Auflassung der Glashütte

1843: Kauf durch Fürst Theodor Wrede - Erbauer des neuen Schlosses Hüttenstein 

1857-1940: Das Gut Aich ist im Besitz unterschiedlicher Familien

1941: Die Franziskanerinnen von Au am Inn erwerben das Gut Aich

1950: Es wird zum Mutterhaus der Franziskanerinnen von Au am Inn mit Selbstversorgung durch die Bestellung der Landwirtschaft

1954: Offizielle Genehmigung des Kinderheimes durch die Salzburger Landesregierung, zu Beginn der Achtzigerjahre wird es auch als Wohngemeinschaft für junge Mädchen genutzt

1993: Der Erzbischof von Salzburg, Dr. Georg Eder, erlaubt die Gründung eines neuen Klosters in St. Gilgen. Die Franziskanerinnen von Au am  Inn stellen ihr ehemaliges Kinderheim Gut Aich für diesen Neuanfang zur Verfügung. Am 24. Juli werden die Schwestern unter großer Anteilnahme der Bevölkerung verabschiedet.

31.10.1994: Am tausendsten Todestag des hl. Wolfgang wird die Kirche geweiht

1996: Zusammen mit Br. Thomas verwirklicht Leopold Hafner den Tabernakel und den Apostelkranz über dem Altar. Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl schenkt uns eine Christusikone des Papstes.

1997: Das Hildegardzentrum entsteht. Die Einweihung erfolgt am 11. Juli 1997 durch Kardinal Dr. Augustinus Mayer.

2001: Die erste kanonische Visitation des Klosters durch das Präsidium der österreichischen Benediktinerkongregation findet statt.

2004: Die zweite kanonische Visitation findet am 15. März statt, zur Vorbereitung eines außerordentlichen Generalkapitels der österreichischen Benediktinerkongregation, das am 3. Mai der endgültigen kanonischen Errichtung des Benediktinerklosters Gut Aich in St. Gilgen zustimmt.

23. Juni 2004: Der Bischof von Regensburg, Dr. Ludwig Müller, übergibt den Mönchen von Gut Aich eine Reliquie des Heiligen Wolfgang für den Altar der Klosterkirche in Gut Aich. Am 28. Juni wird Pater Dr. Johannes Pausch OSB als der erste Konventualprior des Klosters Gut Aich gewählt.

11. Juli 2004: Das Kloster wird feierlich errichtet. Der Erzbischof von Salzburg weiht den Altar der Klosterkirche und setzt die Reliquie des hl. Wolfgang im Altar bei.